Malschwitz III : Milkel II
Bei perfektem Fußballwetter trafen
sich am heutigen Spieltag die Teams aus Malschwitz und Milkel zum munteren „Stell-Dich-Ein“
auf dem - in diesem Fall wenig – grünen Rasen. Besonders Lobenswert muss erwähnt
werden, dass der, für die Partie angesetzte Schiedsrichter ebenfalls erschien.
Was Normalerweise eine Selbstverständlichkeit sein sollte, ist in dieser Saison
in der untersten Fußballliga des Kreises Bautzen leider allzu oft zur Seltenheit
geworden. Und um dies gleich vorweg zu nehmen: Der Schiri überzeugte mit einer
ordentlichen Leistung und schaffte es so, trotz einiger aufgeheizter Gemüter,
für ein relativ faires Spiel zu Sorgen.
Das Spiel selbst begann mit
selbstbewussten und forsch aufspielenden Milkler Gästen, die sich schon in den
ersten Minuten durch Fernschüsse von Bartko und Stegert einige Chancen
erarbeiten konnten. Man hatte das Gefühl, dass die Mannschaft an ihre Leistung
beim Hinspiel anknüpfen wollte, als man den Gegner vor heimischer Kulisse mit
2:0 vom Platz „fegte“. Doch die anhaltend hohe Zahl der Ausfälle, die vor allem
in der Abwehr alternative Besetzungen vermissen lässt und außerdem zum
wiederholten Male für die sehr geringe Zahl, von genau einem Wechselspieler
sorgte, ließ schon früh erkennen, dass ein derartiger Sieg heute schwer zu
erringen sein würde. So sorgte dann auch eine Überzahlsituation vor dem
Strafraum der Gäste für das schon notorische Gegentor in der
Anfangsviertelstunde (7.). Wieder einmal zeichnete sich hier die Milkler
Abwehrkette als „absolut anfällig“ aus.
Allerdings fiel die Reaktion der
Mannschaft auf das frühe Gegentor, ebenfalls wie schon so oft, sehr positiv aus.
So konnte man sich sofort weitere Chancen erarbeiten, während hinten Keeper
Schneider mit zurückgekehrter Sicherheit den weiteren Rückstand verhinderte.
Es entwickelte sich ein durchaus
ansehenswertes Spiel, in dem beide Mannschaften zu Chancen kamen, auch wenn
diese meist kläglich vergeben wurden. Erst als Michalk nach mehreren glücklosen
Versuchen der Milkler Flankenabteilung erstmals erfolgreich von links Koberstein
im Strafraum fand, konnte der seine Reaktionsschnelligkeit ausspielen. Kurz vor
dem Torwart der Heimmannschaft gelang es ihm an den Ball zu kommen und selbigen
am Torwart vorbei zu spitzeln. Der Rest war für den bislang besten Torschützen
der Gäste eine Pflichtübung, als er den Ball ins freie Tor einschob (40.). Damit
konnte er auch endlich seine schwarze Serie von sechs Spielen ohne Tor beenden.
Leider passierte Wobst beim direkten
Gegenzug der Gastgeber ein folgenschwerer Fehler, als den Ball nach einem
Missverständnis über seinen eigenen Libero verlängerte und so die perfekte
Vorlage für den schnellen Malschwitzer Stürmer bot, der sich natürlich diese
Gelegenheit nicht nehmen ließ und am chancenlosen Schneider ins Tor einschob
(41.). Mit diesem, nach dem Spielverlauf, durchaus enttäuschenden Ergebnis für
Milkel ging man auch in die Pause.
Nach dem Halbzeittee erwarteten die
mitgereisten Anhänger der Gäste zu recht ein aufbäumen ihrer Mannschaft, jedoch
gewann zunächst der Gastgeber wieder die Oberhand. Erst nach dem ca. eine Stunde
gespielt war, besannen sich die Milkler noch einmal. Mit Puppe kam ein
erfahrener Spieler als Ersatz für den vom Heuschnupfen geplagten Libero Biskop
und sorgte mit seinen Anweisungen für die nötige Entlastung im Abwehrbereich.
Die war auch dringend notwendig, damit Kapitän Fleischer sich endlich mehr in
die Offensive einmischen konnte und so für einige Gefahr sorgte. Die größte
Chance auf den Ausgleich hatte er auch gleich selbst, nach schönem Doppelpass
mit Koberstein auf links, scheiterte aber am gegnerischen Keeper (72.).
Allerdings waren solch schöne Spielzüge eher die Ausnahme. Oft scheiterte man
schon an der Strafraumgrenze mit den offensiven Bemühungen und brachte kaum
Torschüsse zustande. Erst kurz vor Schluss hatte Michalk noch einmal die
Gelegenheit zum Ausgleich, als er von rechts in den Strafraum eindringen konnte.
Doch kurz vor dem Tor versagten ihm die Nerven und er übersah die besser
postierten Mitspieler. Stattdessen versuchte er allein zu verwandeln und
scheiterte aus schlechter Schussposition (85.). So blieb es auch zum Schluss
beim 2:1 für Malschwitz, während die Milkler Mannschaft nun in einer kleinen
Krise steckt, nachdem man in den letzten drei Ligaspielen nicht gewinnen konnte
und zusätzlich auch noch das Nachholspiel in Hochkirch verlor. Gegen den
nächsten Gegner aus Kleinbautzen muss nun eine deutliche Reaktion der Mannschaft
folgen. Zumindest in der Verletztenabteilung zeichnet sich aber Besserung ab. So
wird das Comeback von Lang, St. in der Abwehr sehnsüchtig erwartet, der seit dem
2. Spieltag mit Kreuzband-Innenanriss und diversen weiteren Problemen pausieren
musste.
Tore:
1:0 7. Minute
1:1 Koberstein, 40. Minute
2:1 41. Minute
Milkel:
Schneider, M. – Wobst, O. –Biskop,
T. (70., Puppe, J.) - Lang, S. - Fleischer, R. – Schwurak, S. – Stegert, M. –
Michalk, J. - Bartko, R. – Koberstein, R. – Schuster, C.